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Im letzten Kriegswinter (1944/1945) wird kaum noch unterrichtet. Die Kohlen zum Heizen sind verbraucht. Jeden Tag versammeln sich Lehrer und Schüler in den Klassenräumen nur noch, um die vortags gestellten Hausaufgaben zu überprüfen. Am 3. Februar 1945 hört auch das auf. Auf Anordnung des Landrats müssen alle Klassenzimmer geräumt werden, angeblich zur Einrichtung eines Lazaretts. Dazu ist es aber nicht mehr gekommen.
Am Morgen des 11. April 1945 rollen die ersten amerikanischen Panzer und Geschütze durch die Straßen der Stadt.
Die Zukunft der Schule lag nach dem totalen Zusammenbruch Deutschlands völlig im Dunkeln. Unterricht durfte bis auf weiteres nicht mehr erteilt werden. Allerlei Gesindel trieb sich in Hornburg herum. Diebstähle waren an der Tagesordnung. Ehemalige Schüler -Evakuierte aus dem Rheinland -brachen das Lehrmittelzimmer auf und entwendeten Bälle und Handwerbzeug. Anderes wurde mutwillig zerstört, u. a. der Bildwerfer, Modelle des menschlichen Körpers und präparierte Tiere. Niemand wagte es, die Jugendlichen dafür zu bestrafen.
Am 24. Mai 1945 standen in der Schule von neun Klassenräwnen vier wieder zur Verfijgung. Rechnen, Deutsch und Singen kamen als Unterrichtsfächer hinzu. 20 Zentner Lehr- und Bibliothebücher mußten auf Befehl der Militärregierung abgegeben werden. Zwei Lehrer wurden wegen ihrer ehemaligen Zugehörigkeit zur NSDAP entlassen und mußten sich einem EntnazifIzierungsverfahren unterziehen.
Bis Ostern 1946 wurden 366 Schüler von drei Lehrkräften unterrichtet. Im Juni und Juli 1946 war nur noch Lehrer Gottfried Thiele an der Schule tätig, der alle Schüler schichtweise unterrichtete.
Erst im Oktober 1946 tritt eine Verbesserung der Schulsituation ein. Rektor Heinrich Rellensmann übernimmt die Leitung der Hornburger Schule. 432 Schüler werden von sieben Lehrkräften unterrichtet. Schulbücher gibt es allerdings noch nicht. Eine heile Schiefertafel, ein Griffel, ein Bleistift und Papier waren Kostbarkeiten. In den Wintermonaten fiel der Unterricht zeitweise wegen Kohlenmangels aus. Kinder und Lehrer waren unterernährt.
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