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Die Handschrift mit dem Text der vier Evangelien wurde am 6. Dezember 1983 im Londoner Auktionshaus Sotheby’s für 32,5 Millionen D-Mark für Deutschland ersteigert. Den Kaufpreis brachten im Rahmen einer Gemeinschaftsanstrengung zur Sicherung nationalen Kulturgutes die deutsche Bundesregierung, die Bundesländer Niedersachsen und Bayern, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie private Spender (v. a. aus Braunschweig) auf. Es war bis zum Erwerb einer Handschrift des Leonardo da Vinci („Codex Hammer“) durch Bill Gates das teuerste Buch der Welt.
Das vollständig erhaltene Evangeliar mit 50 ganzseitigen Miniaturen wird in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel unter der Signatur Cod. Guelf. 105, Noviss. 2° aufbewahrt und aus Sicherheitsgründen nur alle zwei Jahre ausgestellt.
Das Evangeliar Heinrichs des Löwen wird als die kostbarste illuminierte Handschrift des deutschen 12. Jahrhunderts bezeichnet. Es handelt sich um eine Pergamenthandschrift mit 226 Blättern, 34,2 cm hoch und 22,5 cm breit mit 50 ganzseitigen Miniaturen, davon 17 Kanontafeln, 4 Evangelistenbildern, 9 Zierseiten und 20 Bildseiten. Im Text etwa 1.500 kleine, außerdem 77 größere und 7 große, reich verzierte Initialen sowie eine Randsynopse unter farbig verzierten Arkaden.
An mehreren Orten werden in Ausstellungen einzelne Faksimileseiten bzw. das Gesamtfaksimile dieser kostbaren Handschrift gezeigt, Ausgabe von 1989, u.a. im Braunschweiger Dom, in Helmarshausen/Nordhessen, Herzberg/Harz und jetzt auch im Hornburger Heimatmuseum.
Der Vollfaksimile-Druck wurde im Granolithoverfahren hergestellt, und zwar in zehn Druckgängen. Die Gold-Silber-Illuminationen wurden in drei Prägungen hergestellt.
Von dem Faksimile-Druck wurden in einer Weltauflage 1.000 Stück hergestellt, wovon 950 Exemplare in den Handel gekommen sind.
Am 27. November 2009 wurde ein Faksimile des Evangeliars Heinrichs des Löwen der Stadt Hornburg durch die Eheleute Marita und Dr. Gerhard Barner als Dauerleihgabe übergeben. Das Faksimile ist im Heimatmuseum Hornburg untergebracht. Es ist Wunsch der Eheleute Barner, dass das Faksimile nicht in einem Archiv verschwindet, sonder für jedermann einsehbar ist. Das Buch wird im Heimatmuseum in einer ausziehbaren Vitrine ausgestellt und auf Wunsch von Besuchern werden die gewünschten Seiten von Mitarbeitern des Heimatmuseums gezeigt.
„Das Evangeliar Heinrichs des Löwen hat im 12. Jahrhundert nichts Vergleichbares. Es zählt zu den großen Schöpfungen der romanischen Buchmalerei in Deutschland und ist die einzige, als Stiftung eines Herrschers sicher ausgewiesene liturgische Handschrift, die aus staufischer Zeit erhalten blieb. Sie schließt sich den Stiftungen prunkvoller Handschriften für den kirchlichen Gebrauch durch die Kaiser und Könige der vorausgehenden Jahrhunderte würdig an.“
Text aus dem Buch von Elisabeth Klemm, verfasst von Dietrich Kötzsche:
Öffnungszeiten des Heimatmuseums:
Dienstag bis Samstag von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Sonn- und Feiertags von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr und nach vorheriger Vereinbarung.
Kontakt:
Telefon: 05334/1507 oder 2234
E-Mail: info@museum-hornburg.de
Internet: www.museum-hornburg.de
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