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Papst   Clemens
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Papst Clemens II.
Bedeutung in Geschichte und Gegenwart

"Ohne diesen Dienst würde uns schon heute etwas Entscheidendes fehlen: ein Symbol der Hoffnung, der Einheit und des Friedens in Freiheit und gegenseitiger Liebe".

Prof. Dr. Gerd Zimmermann wertete den Bamberger Papst als "Exponent der abendländischen Reformbewegung".

Der Leiter der Hauptabteilung "Kunst und Kultur" des Erzbischöflichen Ordinariates Bamberg, Domkapitular Luitgar Göller, machte deutlich, daß Clemens II. als Papst weit über das übliche Maß hinaus seinem Heimatbistum Bamberg die Treue hielt. Und nach seiner Wahl zum Papst blieb Clemens Bischof von Bamberg und "zeigte so, neben der politischen Konstellation zur Einbindung des Papsttums in die Reichskirche, seine persönliche Liebe zu seinem Bistum Bam-berg". Göller: "Die Verehrung, die Clemens II. in seinem Bistum Bamberg genoß, ist sicherlich nicht nur mit der Tatsache zu begründen, daß er der einzige Papst aus dieser Diözese war. Dafür war seine Amtszeit als Papst von nicht einmal einem Jahr zu kurz. Große Dinge waren deshalb kirchlich und politisch nicht zu bewegen. Wenn sich trotzdem das Gedächtnis an ihn durch die Zeit erhalten hat, ist die Wurzel dafür sicher-lich in dem Gespür zu suchen, daß mit Clemens II. eine neue Perspektive des Papst-tums beginnt". Den Entwurf einer gemein-samen Regierung Europas durch Kaiser und Papst, wie sie von Papst Clemens II. und Kaiser Heinrich III. angestrebt wurden, be-zeichnete Göller als ein Denkmodell, das im übertragenen Sinne im politischen wie kirch-lichen Bereich auch heute von Aktualität sein könne. Die Zusammenarbeit zwischen kirch-lichen und weltlich-politischen Einrichtungen bleibe eine Notwendigkeit, wenn das gewachsene Bild Europas erhalten werden solle.

In Clemens II. sah Prof. Dr. Gerd Zimmermann einen Exponenten der Reform-bewegung, die in Rom etwas verändern wollte. Eine Loslösung des Papsttums aus den Familieninteressen des römischen Stadtpatriziats und die Einbindung in die damalige Weltkirche eröffneten dem Papst und der Kirche neue Dimensionen.

Gedanke an den Papst aus Bamberg: Clemens II.
Pressemeldung vom 18.10.1997
(c) 2005 Erzbistum Bamberg, Internet

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Kurzabriss des Lebens und seiner geschichtlichen Bedeutung

Suitger, Graf von Morsleben und Hornburg, entstammte einem sächsischen Adelsge-schlecht - ein jedenfalls tadelloser Leumund für seine kirchliche Karriere, die ohnehin ein guter Ruf begleitete. Ein frommer Mann soll er gewesen sein, vir laudabilis; auch schon seine Eltern: Vater Conrad und Mutter Amul-rad, Schwester des Erzbischofs Walthard von Magdeburg. Der jüngere Bruder Conrad brachte es zum Magdeburger Domkanoniker. Die Familie der drei Brüder - der zweite Bru-der hieß Adalbert - besaß Güter um Magde-burg und Halberstadt.

Suitger stieg als Domkanoniker am Halber-städter St. Stephansstift alsbald zum Kaplan des Erzbischofs Hermann von Hamburg-Bremen auf und gelangte in den näheren Umkreis des Königs. Schon um das Jahr 1035 dürfte er in die königliche Kapelle aufgenommen worden sein, womit ihm ein Bistum zustand.

HEINRICH III. ernannte Suitger 1040 zum Bischof von Bamberg, wohl als Dank für erwiesene Dienste und in der Erwartung, in Suitger einen treuen Diener in der Diözese Bamberg zu wissen. Am 28. Dezember des Jahres 1040 wurde er vom Mainzer Metropoliten unter allgemeinem Beifall und zur Freude und Genugtuung vieler Bam-berger in Anwesenheit einer erlauchten Versammlung, der auch der König angehörte, und namhafter Vertreter aus Kirche und Politik feierlich ordiniert. Bischof Suitger ging als ehrgeiziger Mann an seine Aufgaben. Er, dem gewiss auch die elterlichen Beziehungen mit seinem bemerkenswerten Aufstieg nicht im Wege gestanden waren, zeigte durch die

Gründung eines Benediktinerklosters mona-stische Reformbestrebungen, die zu dieser Zeit von Gorze - Trier ausgingen. Es fällt auf, dass während des Wirkens Suitgers die Bamberger Kirche merklich an Besitz verlor. HEINRICH III., sichtlich bemüht, den ihm angenehmen und untertanen Suitger nach Bamberg zu schicken, entzog dem Bamber-ger Stift seine Besitzungen, wie Forckheim und Fürth.

Offiziell nominierte, nachdem Adalbert von Bremen und Abt Odilo von Cluny abgelehnt hatten, am 24. Dezember des Jahres 1046 die in St. Peter tagende Synode Bischof Suitger zum Papst. Auch er soll bis zu diesem Tag lange gezögert haben.

Der zentrale Einsatz des neuen Papstes galt der Beseitigung der Simonie. Dazu berief er am 5. Januar 1047 eine Synode ein. Um von den römischen Parteien materiell unabhängig zu bleiben, behielt er auch als Papst das Bistum Bamberg. In der Nähe von Pesaro, im Kloster Badia di S. Tommaso in Foglia, legte er sich zum Sterben nieder. Jetzt, in den letzten Tagen seines Lebens, suchte er die notwendigsten, noch ausstehenden Pflichten zu erfüllen. Er bestätigte eine Klostergrün-dung und verlieh an den Erzbischof von Trier das Pallium. Dies geschah am 1. Oktober 1047, acht Tage später starb der Papst, der in der Geschichte der Päpste als ein überaus frommer, sittlich ernster, gelehrter würdiger Mann, aber auch als ein Papst, der nicht die Stärke besessen habe, um den Plänen Kaiser HEINRICHS III., die Kirche der weltlichen Macht unterzuordnen, mit Energie zu widerstehen.

Der Chronist Lupus Protospatarius aus Apulien berichtete beim unerwarteten Tod des Papstes von einem Giftmord, durch-geführt unter der Anleitung des zutiefst ent-täuschten und feindlich gesinnten Ex-Papstes

Benedikt IX., der mit Missfallen die Entwicklung des Papsttums betrachtet hatte und auf dessen Einwirkung es in Rom wieder zu Unruhen kam.

Aus: Mittermaier Karl: Seite 72-83
"Die deutschen Päpste", Styria Verlag Graz-Wien-Köln 1991

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Bedeutung -
Papst Clemens für heute

Auf die enge Verbindung der Bamberger Kirche zur Mutterkirche in Rom hat Erzbischof Dr. Karl Braun (bis 2002) anlässlich der 950. Wiederkehr des Todestages des Bamberger Papstes Clemens II. am 9. Oktober 1997 hingewiesen. Bei einer Feierstunde im Bamberger Dom, in dem Clemens II. und vormalige Bamberger Bischof Suidger (1040 - 1047) als einziger Papst nördlich der Alpen beigesetzt ist, betonte Braun, daß das Papsttum auch in Zukunft seinen unverzicht-baren Dienst an der Einheit erfülle:

 

Hrsg. Katholisches Pfarramt Schladen, St. Marien m. Hornburg, St. Clemens 2005

 

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Letzte Änderung: 30.03.2017 |

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